2011 markiert den Beginn der Post-PC Ära. Die Investment Bank Morgan Stanley geht davon aus, dass dieses Jahr weltweit erstmalig mehr mobile Devices (Smartphones und Tablets) als PCs verkauft werden. Dazu passend wird in diesem Jahr in fast allen wesentlichen Industrieländern bei den Mobiltelefonen der Anteil der Smartphones erstmalig den der “normalen” Mobiltelefone übersteigen.

Diese explosionsartige Zunahme der Verbreitung Internet-fähiger Endgeräten generell und der von mobilen Devices im besonderen führt zu zwei interessanten Veränderungen:
Consumerism
In den letzten Jahrzehnten hatten technische Veränderungen ihren Ursprung vor allem in der Militär- und Raumfahrtforschung oder in den Laboren von Spezialanbietern und Universitäten. Die technischen Neuerungen wurden dann sukzessive von der Unterhaltungselektronik übernommen. Diese Verwertungskette ändert sich. Die Forschungs- und Entwicklungsbudgets in der Unterhaltungselektronik steigen rasant. Der einfache Grund: Forschungsaufwände lassen sich durch eine immer größer werdende Nutzerzahl besser monetarisieren. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Xbox Kinect von Microsoft. In den ersten 60 Tage nach dem Produkt-Launch im November 2010 wurden über 8 Millionen Geräte verkauft. Kein Unterhaltungselektronik-Gerät hat sich jemals so schnell verkauft. Schon heute haben Privathaushalte häufig eine bessere IT Hard- und Softwareausstattung als Firmenbüros.
Apps
Die mobile Nutzung von Informationen hat eine neue Kommunikationsform entstehen lassen: Apps. Schnell, klarer Inhalt, günstig. Die Nutzung von Apps steigt parallel zur Smartphone-Verbreitung. Gartner schätzt das seit dem Launch des Apple App-Stores 2008 bis heute ca. 18 Milliarden Apps downgeloaded wurden. Bis 2013 wird sich diese Zahl auf 49 Millarden erhöht haben.

Für die Kommunikation werden beide Veränderungen Auswirkungen haben. Der mobile Zugriff auf Informationen wird für viele Endkunden Normalität. Und die App wird eine zentrale Metapher der Informationsverarbeitung.
Die Grafiken und Daten sind entnommen aus folgenden Artikeln des Economist:
http://www.economist.com/node/21531109
http://www.economist.com/node/21530921
Eine US-Studie von Nielsen im Auftrag von Google hat den Effekt einer crossmedialen Kampagne analysiert.
Am Beispiel einer Auto-Werbung zeigt sich, dass die Erinnerungsleistung sowohl bezogen auf die Marke, als auch das konkret beworbene Produkt deutlich zunimmt (von 50% zu 74%), wenn neben TV auch digitale Kanäle (Web und Mobile) eingesetzt werden.
Allerdings kommt die Studie auch zu dem Schluss, das TV immer noch der stärkste Treiber der Aufmerksamkeit ist. Online als Additiv sorgt dann für den insgesamt größten Markeneffekt.